Juri Nesterenko

* * *

Der ferne Glockenklang
Tönt in der Abendluft.
Des Sommers Ausgang,
Der Herbst streut seinen Duft.
Der Himmel hohl und bleich
Wie meine Seele ist.
Die Blätter fallen, gleich
In ihrer letzten Frist.
Die Hoffnung ist zerstört
Wie Dunst ob nacktem Feld,
Ich habe keinen Ort
In dieser kalten Welt.
Ich habe keinen Trost,
Ich sah ein und verstand:
Ob klag, ob schlag - der Frost 
Beherrscht das tote Land.
Für sein morbides Blut
Unnütz ist Sonnenlicht:
Das Wetter wird einst gut,
Die Geister werden nicht.
Der Traum ist Lug und Trug,
Das Wahr ist hart und schwer.
Der Sommer kehrt zurück,
Die Hoffnung niemals mehr.

Febr. 2010